Gedanken zu einem Zusammenschluss von eBay und Yahoo

yahoobay.jpgEs gibt in den USA Kenner der Internetbranche, unter ihnen Randy Smythe, die eine Fusion von eBay und Yahoo als einen guten Deal ansehen würden. Ein Zusammenschluss der beiden wäre sowohl für Yahoo, als auch auf lange Sicht gesehen für eBay, eine gute Lösung.

Es gab ja schon einige Gerüchte um die Zusammenarbeit zwischen eBay und Yahoo, aber in den letzten Jahren war es Meg Whitman, die sich dagegen wehrte, da sie in einer Fusion keinen Sinn sah. Jetzt aber, da Whitmann das Unternehmen verlässt, könnten die Karten wieder neu gemischt werden.

Smythe ist der Meinung, dass es jetzt an der Zeit wäre, dass sich beide Management-Teams an einen Tisch setzen und das Thema angehen. Die Zeit drängt für Yahoo. Das größte Problem, so Smythe, ist die Frage wer die fusionierten Unternehmen führen könnte. Donahoe ist noch nicht richtig im Amt, und Jerry Yang (Mitgründer und CEO von Yahoo) ist in Smythe Augen nicht die optimale Besetzung für ein kombiniertes eBay/Yahoo-Unternehmen. Für Gesellschafter ist die Paarung Yahoo/eBay auf jeden Fall besser als ein Deal zwischen Microsoft und Yahoo. Und auch Käufer und Verkäufer könnten nur profitieren, so Smythe.

Meg Whitman hat in einem der letzten Interviews auf die Frage, was sie am meisten bedauert in ihrer 10-jährigen Amtszeit nicht getan zu haben, geantwortet: „Dass wir nicht in der Lage waren in Japan Fuß zu fassen.“ Sollte sie dies noch versuchen wollen, so hat sie nun noch etwa 3 Wochen Zeit dazu!

Yahoo die „Übernahme-Zielscheibe“ versucht nun, das Asiengeschäft zu nutzen um Microsoft abzuwehren. Yahoos Beteiligungen an Yahoo Japan und Alibaba.com aus China werden derzeit an der Börse mit 9 Milliarden US-Dollar bzw. 3,5 Milliarden Dollar gehandelt. Im Gegensatz zur USA versprechen die asiatischen Märkte noch ein rasantes Wachstum.

Wie die Financial Times berichtet, machen alleine diese beiden Beteiligungen an den beiden asiatischen Unternehmen ein Drittel des gesamten Marktvolumens von Yahoo aus. Selbst wenn Yahoo und Microsoft sich einigen würden, ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass die Anteile so leicht den Besitzer wechseln.

Einer der Hauptakteure ist Softbank, der japanische Mobilfunk- und Internetkonzern, der Yahoo Japans größter Finanzier ist und ein Drittel an Alibaba hält. Dieser aber ist momentan finanziell überbeansprucht. Trotzdem wird Softbank mit Sicherheit ein großes Mitspracherecht haben, wer der neue Partner sein wird, und Microsoft steht bei Softbank nicht an erster Stelle. Hinzu kommt, dass ein Verkauf für Yahoo aus steuerlicher Sicht mit hohen Belastungen verbunden wäre. Doch davon einmal abgesehen, hat Yahoo keinen Grund sein Asiengeschäft zu veräußern, also käme eine Fusion und keine komplette Übernahme Yahoo entgegen.

Das Asiengeschäft ist deutlich gewinnbringender als das restliche Geschäft. Yahoo Japan hat in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres operativ knapp 50% Gewinn erwirtschaftet und kontrolliert mehr als die Hälfte des Suchmaschinenmarkts, Google hingegen kommt nur auf 33%. China, mit mehr als 160 Millionen Internetnutzern, ist der zweitgrößte Markt und wächst jährlich mit rund 30% – warum also sollte man so etwas vollständig aufgeben?

Die nächsten 3 Wochen werden zeigen, ob Meg Whitman sich den Traum vom asiatischen Markt doch noch erfüllen kann.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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