To-Do-Liste für eBay-Chef Donahoe von der Wharton School of Business

Experten der Wharton School of Business in Pennsylvania befassten sich mit dem Thema „Der Online-Marktplatz eBay“ und das amerikanische Magazin Forbes berichtet in einem Artikel mit dem Titel: „Die Zeit nach Meg Whitman“ darüber.

Die Experten sind der Meinung, dass Donahoes Mission darin liegt, eBay wieder zu beleben, so dass eBay weiterhin dominant bleibt hinsichtlich der Online-Auktionen. Auf der anderen Seite muss er eine Lösung finden, um mit den ständig wachsenden Rivalen (Amazon/Google) Schritt halten zu können oder sie gar zu überflügeln. Whartons Experten sehen den Online-Marktplatz nicht in einer tiefen Krise stecken, aber sie sind auch der Meinung, dass Veränderungen notwendig sind und das Unternehmen sich auf seine Kern-Fähigkeiten besinnen muss.

Gemäß Whartons Management Professor Raffi Amit hat eBay ein paar strategische Umwege genommen, so z.B. auch der Kauf von Skype in 2005, den Amit nie verstanden hat. Diese Meinung unterstützt auch der Marketing Professor Eric Bradlow und sagt: „eBay hat ein wenig seinen Schwerpunkt aus den Augen verloren. eBay hat seinen Markennamen als Erkennungsmerkmal, das dem Unternehmen eine höhere Aufmerksamkeit und Vertrauen bietet als alles andere.“

Zusammen sind alle Experten der Ansicht, dass eBay sehr viel mehr tun muss als nur Gebühren zu ändern. Donahoe muss demzufolge innovationsfreudiger werden: „eBay soll aggressiver werden und die strategische Planung auf die nächsten 5-10 Jahre auslegen. Man kann ein solches Unternehmen nicht über Nacht verändern. Donahoe muss in der Lage sein, die Zukunft besser einschätzen zu können als andere“, so ein Experte der Wharton School of Business

Ein Pluspunkt für Donahoe ist die Wahl des richtigen Zeitpunktes, zu dem er an die Spitze des Unternehmens kommt. Er übernimmt den Posten des CEO im richtigen Moment. Zudem ist Donahoe ein Insider und hat somit schon das Vertrauen der Angestellten sicher. Donahoe kennt den Geschäftsbetrieb und kann experimentieren. Er wirkt so, als sei er darauf bestens vorbereitet Neuerungen vorzunehmen, wie er selbst schon auf der Q4 Konferenz bestätigt hat: „Wir werden hartnäckig unser Ziel verfolgen und die Veränderungen, am Produkt, an der Annäherung zu unseren Kunden und am Geschäftsmodell vornehmen.“

Die Fachleute der Wharton School haben dementsprechend für Donahoe eine „To-Do-Liste“ ausgearbeitet, die in Auszügen nachfolgend dargestellt wird:

Basis perfektionieren

Das heißt, bessere Verknüpfung der Auktionen mit den Fest-Preis-Angeboten, wie es auf Amazon.com schon offeriert wird. eBay bietet durch die Sofort-Kauf-Option schon eine Mischform dessen an, was lt. den Experten  zumindest schon ein guter Ansatz sei. Natürlich soll die Spannung und die Begeisterung, die von den Versteigerungen ausgeht, beibehalten werden, doch sollte es auch die Möglichkeit geben, einen einfachen und bequemen Weg des Einkaufs zu bieten in Form einer besseren Integration des Fest-Preis-Formates. So kann jeder Nutzer der Online-Plattform eBay für sich die optimale Einkaufsmethode aussuchen. Auch sollte die firmeninterne Forschungsgruppe aktiver werden und sich mehr Gedanken über mögliche Innovationen machen, bislang, so die Experten, war deren Arbeit nicht effektiv genug. eBay muss den Elan wiederfinden, den das Unternehmen in früheren Tagen hatte.

Strategischen Plan entwickeln

Eine der Schlüsselaufgaben von Donahoe muss sein, sich für eine von 2 Alternativen zu entscheiden. Unternehmen, die sich schnell entwickeln und dann erwachsen werden haben 2 Möglichkeiten ihren Weg weiter zu beschreiten:

  1. das Augenmerk auf das richten, was man am besten kann
  2. oder seine Kernkompetenzen mit ähnlichen Geschäftsmodellen verbinden.

Sollte sich das Unternehmen für den Weg 1. entscheiden, dann hieße das, China und Indien neu erobern. Die Experten sind der Meinung, dass der Versuch in China Fuß zu fassen verfrüht war. Es mangelte unter anderem an sicheren Bezahlmethoden in China, das Internet wurde noch nicht so genutzt wie in anderen Ländern und das WLAN-Netz war nur Privilegierten vorbehalten.
Weg 2. hieße, Firmen wie Cisco Systems oder Oracle nachzuahmen und mehr Akquisitionen vornehmen. Die ersten Schritte sind schon mit shopping.com und PayPal getan. Dieser Weg ist sehr viel risikoreicher, wie man auch am Beispiel von Skype sehen konnte.

Wiederherstellen der einstigen „Pracht“

Das Kapital, welches eBay, abgesehen von Geldmitteln, hat sind seine Mitglieder, die eBay-Community und das Ansehen des Online-Marktplatzes. Amit: „Donahoe sitzt auf einen enorm wertvollen Vermögen, seiner Community und dem guten Ruf.“ eBay kann von der sozialen Struktur seiner Seite profitieren und neue Tools schaffen, die dann auch wieder den Handeln ankurbeln. In dem Zusammenhang verweisen die Professoren auch wieder auf die stärker gewordene Konkurrenz, die in den eBay Anfängen noch nicht ins Gewicht gefallen sind. Doch alle sind sich einig, dass eBay einen hervorragendes Standing hat, und sich mit allen Rivalen messen und konkurrieren kann.


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