1,4 Millionen Euro mit Plagiaten umgesetzt

Dass sich Betrügereien auf dem Online-Marktplatz nicht lohnen, sollte eigentlich mittlerweile jedem der dort handelt klar sein. Nichts desto Trotz gibt es immer wieder schwarze Schafe unter den Händlern, die aber meistens gefasst werden.

So ging es im nachfolgenden Fall um eine Hausfrau, die sich letzte Woche vor einem Schöffengericht verantworten musste, weil sie in fast 1.500 Fällen Plagiate eines Bildbearbeitungsprogrammes bei eBay verkaufte. Die Schadensumme beläuft sich auf zirka 1,4 Millionen Euro. Zwischen Februar 2004 und Juli 2005 soll die Beschuldigte die Software, die als Original etwa 1.000 Euro kostet, zu Niedrigstpreisen auf der Online-Plattform verkauft haben.

Die 24-jährige Angeklagte meldete hierzu ein Gewerbe an und mietete mehrere Büroräume an. Die direkte Beteiligung an den Betrügereien im Netz stritt sie jedoch ab. Sie gab zwar zu, den Mietvertrag und die Anmeldung des Gewerbes unterschrieben zu haben, in Wahrheit soll aber ihr Ehemann die Raubkopien an den Mann gebracht haben.

Der Vermieter der Büros: „Ich hatte das Gefühl, dass der Ehemann der Hauptakteur war und die Angeklagte quasi als Strohfrau fungierte, denn die Verhandlungen führte stets der Ehemann. Nur zur Unterschrift ist die 24-Jährige in Erscheinung getreten.“

Ein Angestellter der betroffenen Software-Firma erklärte Richter und Schöffen: „Zwischen 600 und 900 Euro sind für ein gebrauchtes Original für den Verkäufer bei eBay rauszuholen. Dass das Programm mitunter zu einem Preis von 35 Euro ersteigert wurde, hätte die Käufer stutzig machen müssen. Bei so einem Preis kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Fälschung handelt.“

Die 24-jährige Frau wurde mit einer Zahlung von 2.000 Euro an einen gemeinnützigen Verein bestraft, da ihr eine unmittelbare Beteiligung an den Straftaten nicht nachgewiesen werden konnte. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt und die Staatsanwalt ermittelt nun gegen ihren Ehemann.


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