Rechtssicherer Webauftritt durch Standardvorlagen?

Was die meisten eBay-Händler sowieso schon wissen, ist, dass eine Webseite/Shop zu betreiben nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Juristische Vorgaben, wie Impressum und AGB, sollten auch von Laien beachtetet werden. Oft reichen im Netz erhältliche Musterbelehrungen aus, manchmal allerdings hilft nur der Gang zum Rechtsanwalt.

Musterdokumente und Prüflisten lassen sich preiswert und bequem bei Dokumenten-Portalen herunterladen. Doch sollte man sich als Nutzer nicht ohne nachzudenken auf jede Quelle verlassen. Denn sich bei eventuellen Schwierigkeiten auf Unkenntnis zu berufen hilft nicht. Ist beispielsweise ein Webimpressum fehlerhaft und einem Mitbewerber fällt dieses auf, kann der Betreiber der Seite abgemahnt werden, und oft fallen dann Anwaltsgebühren in nicht geringer Höhe an.

Redmark.de, Vertrag.de oder Vorlagen.de helfen dabei sich rechtlich abzusichern. Hier können Formulare, Verträge oder andere Dokumente heruntergeladen werden. Wie das Internet-Magazin vor kurzem berichtete, ist es bei Standardfällen preisgünstiger und einfacher Musterdokumente aus dem Internet zu nutzen, anstatt zum Anwalt zu gehen. Die Dokumente, die bei den verschiedenen Portalen angeboten werden sind in der Regel gesetzlich einwandfrei, so das Internet Magazin weiter. Dessen ungeachtet sollte geklärt werden, ob die Portale haften, wenn sich doch ein Fehler eingeschlichen hat, denn oft wird eine Haftung ausgeschlossen.

Marcus Beckmann vom Fachverband „Webmasters Europe“ in Nürnberg erklärt: „Es kommt oft auf Kleinigkeiten an. Für juristische Laien sind Qualität und Aktualität von Dokumenten oft schwer zu beurteilen.“ Nicht zuletzt aus diesem Grunde sollte besser nicht am falschen Ende gespart werden. Betreiber von Online-Shops müssen z.B. ihre Kunden auf eine Widerrufsbelehrung aufmerksam machen. „Bei der Formulierung passieren leicht Fehler,“ so Julia Rehberg, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Rechtsanwalt Beckmann hierzu: „Musterdokumente reichen hier oft nicht und müssen angepasst werden.“

Formblitz weist z.B. beim Kauf eines Musters für Allgemeine Geschäftsbedingungen für Online-Shops bei eBay daraufhin, dass Klauseln „im besonderen Einzelfall“ anders verfasst werden müssen. Niko Härting, Rechtsanwalt aus Berlin und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein sagt: „Selbst wenn der Anbieter nicht haftet, haben die einzelnen Papiere ihren Wert, denn sie können als grober Anhaltspunkt dienen, um sich auf den Anwaltstermin vorzubereiten. Den eigenen Webauftritt mit Rechtsinformationen aus dem Netz zu vervollständigen, ist gang und gäbe. Das funktioniert offensichtlich in vielen Fällen auch – und zwar so lange, bis eine Abmahnung im Briefkasten landet“, so Härting weiter.

Was also ein Webseitenbetreiber für juristische Hilfe bezahlen möchte, hängt folglich auch von der Einschätzung des Risikos ab. Betreibt man eine Seite, die nur von wenigen Verbrauchern genutzt wird, ist das Risiko natürlich geringer, als wenn man längerfristig und in großem Stil seinen Shop aufbaut.

Schnelle Hilfe für Rechtsberatung bieten auch Online-Anwaltsportale wieJanolaw,  Internetrecht-Rostock oder Legalershop.de.


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