Die häufigsten Fehler von Onlineshop-Betreibern

Anfangs hat womöglich kaum ein Onlineshop-Betreiber alle Faktoren beherzigt, die für den Erfolg des Shops unabdingbar sind. Es kommt immer wieder zu typischen Fehlern, die sogar dafür sorgen könnten, dass die Eröffnung eine Onlineshops von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.

Die häufigsten Fehler von Onlineshop-Betreibern – unsplash.com ©Austin Distel (Creative Commons CC0)

Die 7 häufigsten Fehler

  1. Keine finanziellen Mittel für Werbung

Im Einzelhandel gilt die Regel, dass die Niederlassung vorzugsweise an Verkehrsknotenpunkten oder in belebten Fußgängerzonen erfolgt. Danach folgt eine aufwendige Gestaltung, damit die Aufmerksamkeit der Laufkundschaft geweckt wird.

Dasselbe Schema gibt es auch im E-Commerce. Hier kommt die Kundschaft aber von überall her. Sollte hier der Umsatz ausbleiben, dann liegt es nicht am Internet und auch nicht an den Internetnutzern, sondern an ungenutzten Möglichkeiten. Der Großteil des vorhandenen Budgets wird in aller Regel Für die Erstellung des Shops, eines einzigartigen Logos und die Beschaffung von Waren aufgewendet – doch das allein reicht nicht aus.

Das beeindruckende Logo eines Star-Designers für mehrere tausend Euro ist für einen anfänglichen Onlineshops eher kontraproduktiv, wenn anschließend z. B. kaum noch finanzielle Ressourcen für das Marketing zur Verfügung stehen.

Im Einzelhandel reichen eine Leuchtschrift oder eine Werbetafel, vielleicht auch ausgeschriebene Angebote im Schaufenster evtl. schon aus. Bei einem Online-Shop benötigt es aber weitaus mehr. Etwa dieselbe Summe, die für die Erstellung eines Shops notwendig ist, sollte auch in das Marketing investiert werden. Der Markt an Mitbewerbern im Internet ist nämlich riesig und die Schaltung von Werbung wird damit quasi zur Pflicht.

  1. Wenig Interesse an der Kundschaft

Wenn Umsatz erzielt werden soll, dann interessiert es den Kunden ggf. auch, wer hinter dem Shop steht. Deshalb sollte auf der Shop-Seite deutlich zu erkennen sein, wer den Shop betreibt und auch eine Service-Hotline ist immer eine gute Idee. Das sorgt für zusätzliches Vertrauen, denn sonst suchen die Kunden das Produkt etc. eher auf einer anderen Shop-Seite, die vertrauenserweckender erscheint. Ein zusätzlicher Faktor für Vertrauen stellt auch ein Impressum dar, auch weil diese Angabe hierzulande verpflichtend ist.

Als Beobachter kommt es einem ansonsten so vor, als würde der Betreiber lediglich Wert auf ein ansprechendes Design legen – im schlimmsten Fall kommt man ohne diese Qualitätsmerkmale sogar in den Verdacht einen Fakeshop zu betreiben. Zur Gewinnung von Kunden sollten also möglichst viele Trust-Faktoren berücksichtigt werden. Insbesondere Gütesiegel werden immer wichtiger. Jeder Shop-Betreiber hat die Möglichkeit, ein Siegel oder Zertifikat einzuholen.

  1. Die Außenwerbung vernachlässigt

Ein Onlineshop existiert zwar nicht in der Fußgängerzone, aber das heißt natürlich nicht, dass generell auf Außenwerbung verzichtet werden muss. Eindrucksvolle Werbebanner- und Werbeplanen für nahezu jeden Einsatzzweck haben bereits unter Beweis gestellt, dass durch ihren strategischen Einsatz ebenfalls Profite generiert werden können. Zudem tragen diese Möglichkeiten z. B. dazu bei, eine eigene Marke zu kreieren.

  1. Mangelhafte Umsetzung auf mobilen Geräten

Junge Unternehmen scheitern allein schon bei der Umsetzung eines Onlineshops, wenn es um die Funktionalität des Shops auf mobilen Geräten geht. Ganz gleich, ob komplettes Design oder Landingpages: Der Shop wird evtl. auch heute noch am Computer gebaut und auch nur dort ordentlich getestet oder gestaltet – dies kann ein großer Fehler sein. Besser ist es, auf ein bereits für mobile Geräte optimiertes Shopsystem zu setzen.

Dieser Umstand wird trotz relativ günstiger Shopsysteme allzu oft hingenommen, obwohl die meisten Umsätze mittlerweile über mobile Geräte generiert werden. Bereits 2016 wurde vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. angemerkt, dass die Optimierung auf Mobile-Shopping bei einem Shop, der erfolgreich sein soll, zwingend dazugehört.

  1. Keine klaren Prioritäten

Die eingekaufte Ware liegt im Lager und veraltet zunehmend, weil die Hersteller eine neue Version auf den Markt bringen oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. Die Betreiber eines neuen Shops konzentrieren sich aber dennoch eher auf den Aufbau einer neuen und eventuell bahnbrechenden Idee.

Für den Anfang sollte sich aber eher auf das Wesentliche konzentriert werden. Die altbewährten Methoden bilden nicht umsonst den Grundstein. E-Mail-Marketing, die Suchmaschinenoptimierung und die Benutzerfreundlichkeit des Shops haben Vorrang.

  1. Keine passende Zahlungsmöglichkeit

Oftmals werden in Onlineshops lediglich drei Zahlungsmöglichkeiten eingebunden: PayPal, Lastschrift und auf Rechnung. Dabei handelt es sich zwar um die am häufigsten genutzten Zahlungsmethoden, aber es gibt viele Alternativen, die je nach Art des Onlineshops ergänzend hinzugenommen werden sollten.

So werden zum Beispiel Google-Pay und Apple-Pay immer interessanter, aber auch Zahlungsarten wie Vorkasse bzw. Banküberweisung, Sofortüberweisung oder Kreditkarte sind gefragt. Wer durch ganz neue Zahlungsmethoden bestechen möchte, der kann sogar die Zahlung über Kryptowährungen anbieten.

  1. Die Konkurrenz nicht beobachtet

Zu Beginn wird gerne zur Konkurrenz geschaut, denn hieraus lässt sich einiges lernen. Doch sobald der Onlineshop erste Umsätze generiert, wird die Konkurrenz kaum noch beobachtet. Es gibt immer einen Faktor, der vom jeweiligen Betreiber schlechter gemacht wird. Hieraus lässt sich Neues übernehmen und Alleinstellungsmerkmale lassen sich einfacher formen.

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