Zum Umgang mit ungerechtfertigten Negativbewertungen

Wahrscheinlich haben sich schon viele eBay-Händler gefragt: Was tun bei negativen Bewertungen, wenn sie nicht gerechtfertigt sind? Der Rechtsanwalt Joachim Nagel hierzu: „Kein Online-Händler muss sich negative Bewertungen bei eBay gefallen lassen, die nicht den Tatsachen entsprechen oder unsachlich sind.“ Doch zunächst einmal sind schlechte Beurteilungen für den eBay-Verkäufer ein Problem, sollen die Bewertungen doch dazu beitragen den Verbrauchern eine Hilfestellung beim Kauf zu geben. Da sie zudem für alle Verbraucher sichtbar sind, haben sie, was den erfolgreichen Verkauf anbelangt, eine wichtige Funktion.

Der Online-Marktplatz eBay weist in seiner AGB § 6 entsprechend darauf hin: „…in den abgegebenen Bewertungen ausschließlich wahrheitsgemäße Angaben zu machen und die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.“ Außerdem soll die abgegebene Beurteilung „sachlich gehalten sein“ und darf keine „Schmähkritik“ enthalten. eBay hat zudem in seiner AGB festgelegt (s.§ 6 Bewertungssystem und Vertrauenssymbole“), dass die Bewertungen „nicht überprüft werden und irreführend und nicht zutreffend sein können“ und verweist hier auf den „Grundsatz zur einvernehmlichen Rücknahme und Entfernung von Bewertungen“.

Der Online-Marktplatz eBay greift von selbst nicht in das Bewertungssystem ein, es sei denn nachfolgende Punkte treffen zu:

1.) Die Wertung ist aufgrund eines vollstreckbaren juristischen Urteils gegen denjenigen, der die Bewertung abgegeben hat, zu entfernen.

2.) Der Bewertungskommentar ist vulgär anstößig, rassistisch, nicht jugendfrei oder enthält im strafrechtlichen Sinne beleidigende Aussagen.

3.) Der Bewertungskommentar schließt persönliche Angaben über ein anderes Mitglied wie z.b. den Namen, die Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse ein.

4.) Der Bewertungskommentar enthält Bemerkungen, die auf von eBay oder Strafverfolgungsbehörden eingeleitete Untersuchungen hindeuten.

5.) Der Bewertungskommentar enthält Links oder Scripts.

6.) Die Bewertung wurde von einer Person abgegeben, die zum Augenblick des Handels oder der Bewertungsabgabe hierzu nicht befugt war.

Abgesehen von oben genannten Punkten, gibt es von Seiten eBay nur noch die Möglichkeit der Zurücknahme der Beurteilung in beiderseitigem Einvernehmen, was ebenso in der eBay-AGB festgehalten ist. „Wenn sich beide Handelspartner einig sind, können sie selbst online eine Rücknahme der abgegebenen Bewertungen vornehmen. Der Bewertungspunkt wird entfernt und geht nicht mehr in die Berechnung des Bewertungsprofils ein. Der Kommentar bleibt erhalten und wird um einen Hinweis auf die Rücknahme ergänzt.“

Für den Fall, dass sich ein Bewertungsabgebender weigert eine ausfallende, schmähsüchtige oder nicht den Tatsachen entsprechende negative Bewertung zurückzunehmen, gibt es jedoch, so Rechtsanwalt Nagel, weitere juristische Handlungsmöglichkeiten.