Steigt eBay verstärkt in Südkorea ein?

Das Auktionsportal Gmarket gehört zu den Siegern des E-Commerce Booms in Südkorea. Keine Nation weltweit ist so internetbesessen wie die Südkoreaner, was sich auch darin zeigt, dass mehr als 50% der Haushalte über einen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang benutzen, womit das Land den weltweiten Spitzenplatz inne hat. Marktbeobachter sind nun der Meinung, dass Gmarket mittelfristig übernommen werden könnte, wobei unter anderem der Name des Unternehmens eBay schon gefallen ist.

Ein Grund für den Verkauf dafür könnte die begrenzte Größe des südkoreanischen Marktes sein. Gmarket wurde 2000 durch das südkoreanischen E-Commerce-Unternehmen Interpark gegründet. Auf dem Portal lassen sich Erzeugnisse nach auf Versteigerungs- oder Handelsbasis, zu Festpreisen oder in Gruppen verkaufen und erwerben. Die gehandelten Artikel gliedern sich in die Gruppen Computer & Elektronik, Mode, Kinder/Nahrung, Beauty/Sportartikel/Autozubehör, Möbel/Gesundheit sowie Reise/Freizeit.  Überdies ist es möglich, Filme und Musik gegen Gebühr herunterzuladen. Auf der Anbieterseite ist es möglich, Werbung zu schalten.

Gmarket ist seit Mitte 2006 im Nasdaq und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Hauptsitz ist in Seoul. Gmarket gehört in Südkorea zu den größten Anbietern auf dem Internet-Markt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte Gmarket die Zahl der User um zirka 2,8 Millionen auf knapp 13 Millionen steigern, was sich zunächst durchaus positiv anhört. Jedoch hat Südkorea insgesamt knapp 50 Millionen Einwohner. Das südamerikanische Gegenstück –MercadoLibre – auch ein Gewinner, ist als anders als Gmarket in seinen Grenzen nicht so eingeschränkt, allein schon wegen der spanischen Sprache, die durchweg häufiger gesprochen wird.

Bei einer Übernahme würde Yahoo! allerdings an erster Stelle stehen, da die Suchmaschine seit Mitte 2006 mit 10% an Gmarket beteiligt ist. Die Position des Online-Marktplatz eBay als möglicher Bewerber ist nach den Erfahrungen in Fernost eher ungewiss.


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