eBay ist nicht nur günstig bewertet, sondern hat auch noch ein Juwel im Haus

Die Experten von “Heibel-Ticker” empfehlen Anlegern eine erste Position in der Aktie von eBay aufzubauen. Das Unternehmen habe ein KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kennzahl zur Beurteilung von Aktien) von 283, was aber aufgrund von der außerordentlichen Abschreibung Skypes nicht aussagekräftig sei. Im laufenden Jahr werde das KGV 08e bei 20 liegen. Für ein Umsatzwachstum von 30% sei das günstig. Wenn man nun noch berücksichtige, dass eBay in den nächsten Jahren mit 20% p.a. wachsen wolle, dann sehe dieses Bewertungsniveau schon fast zu günstig aus. Es bestünden keine Schulden und 4 Mrd. USD lägen in der Barkasse. Nach Ansicht der Experten sehe das sehr gesund aus.

Das Skype-Abenteuer habe eBay ein paar Jahre zurückgeworfen. Es seien ein paar Milliarden verbrannt worden, gebracht habe die Übernahme für die Online-Auktionen nichts. Skype sei zwar eine nette Möglichkeit, mit Freunden und sogar Geschäftspartnern zu kommunizieren, aber Geld lasse sich damit nicht verdienen. Auch bei Online-Auktionen sei diese Funktion eher ein nettes Gimmik, mehr nicht.

Aber während Skype alle Schlagzeilen für sich vereinnahmt habe, würden viele übersehen, dass eBay noch eine andere Akquisition getätigt habe: PayPal. PayPal sei zum quasi-Bezahlstandard im Internet herangewachsen. Und hier zahle sich die Größe von eBay aus: Viele andere hätten ebenfalls Online-Zahlungssysteme auf den Markt gebracht. Viele davon würden funktionieren, einige seien sogar richtig brauchbar. Aber man möchte ja nicht so viele verschiedene Konten unterhalten, am liebsten lasse man alles über eines laufen. Und dann am besten über den Größten: PayPal.

PayPal verdiene genau, wie die Kreditkartenunternehmen: Der Verkäufer müsse einen bestimmten Prozentsatz der über PayPal erwirtschafteten Einnahmen an PayPal zahlen. Ein solches Zahlungssystem im Internet sei in den Augen der Experten ein eigenes kleines Juwel. Der Wettbewerb sei groß, aber letztlich werde sich nach Ansicht der Experten der Größte durchsetzen und die anderen Wettbewerber in Nischen zurückdrängen. Genau so sei es auch bei den Auktionen gelaufen.

Also: eBay sei nicht nur günstig bewertet, sondern habe auch noch ein Juwel im Haus, das derzeit noch gar nicht richtig bewertet werde. Wenn in ein oder zwei Jahren das Geschäft von eBay zum einen Teil aus Auktionseinnahmen und zum anderen aus Einnahmen durch PayPal-Zahlungsgebühren bestehe, dann könne man sich aussuchen, welches Bewertungsniveau man ansetzen möchte: Internetmaßstab, also ein KGV von mindestens 30 oder Zahlungsabwicklungsmaßstab. MasterCard habe ebenfalls ein KGV 08e von 30.

Egal, wie man es drehe: eBay sollte nach Ansicht der Experten im Jahr 2008 um 50% zulegen. Zusätzlich werde der Bedarf an Online-Werbung laut einer Studie von Nielsen im nächsten Jahr erneut um 29% ansteigen. Und eBay sei da schon lange ein willkommener Kooperationspartner, denn nur wenige andere Internetseiten hätten so viel Traffic. Für Fantasie sei bei eBay also gesorgt.

Die Experten von “Heibel-Ticker” würden die aktuelle Korrekturphase, bedingt durch die unpopuläre Abschreibung von Skype, für den Aufbau einer ersten Position in der eBay-Aktie nutzen. eBay sei auch an den deutschen Börsen gut handelbar, die Experten würden es daher in das spekulative deutsche Depot nehmen. Bis Ende 2008 sehe man das Kursziel bei 33 EUR.

Quelle: aktiencheck.de AG


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