Private Online-Aktivitäten im Büro auf einem Höchststand

Die private Nutzung des Internets am Arbeitsplatz kann beachtliche Schäden für Firmen nach sich ziehen. Auf der einen Seite geht wertvolle (und bezahlte) Arbeitszeit verloren, andererseits werden oft schädliche Computerprogramme oder urheberrechtlich geschützte Inhalte heimlich auf die Firmenrechner heruntergeladen.

Hierzu gibt es eine aktuelle Studie. Das Marktforschungsinstituts RT Strategies hat diese im Auftrag der Business Software Alliance (BSA) durchgeführt. Glaubt man der Untersuchung, so sind die privaten Online-Aktivitäten im Büro auf einem Höchststand und setzen Unternehmen immer mehr den Gefahren von schädlicher Software und Viren aus. „Die Studie zeigt, dass Arbeitnehmer in Deutschland bereits ein vergleichsweise hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen“, sagt Michael Höppner, Sprecher der BSA.

Höppner ist der Meinung, dass der wichtigste Schluss für Unternehmer sei, dass es eine Sicherheitsbedrohung für ihre Firmen-IT gibt, sollte das Thema der Internetnutzung am Arbeitsplatz nicht offen angesprochen werden. Wie die Studie zeigt, hat in 2007  jeder 4. Angestellte mit Internetzugang seine Präsente online und das während der Arbeitszeit bestellt. Auf internationaler Ebene haben im Schnitt 33% der Berufstätigen mit Internetzugang ihre Weihnachtseinkäufe von der Firma aus erledigt. Bei den Briten sind es 42% und in Russland 54% die während der Bürozeiten im Internet einkaufen. Doch auch deutsche Arbeitnehmer zeigen sich als aktive Internet-Einkäufer, hier sind es 41%, die ihre Web-Einkäufe im Büro ausführen.

Nach ihren Bedenken aufgrund der privaten Nutzung des Internetzugangs gefragt, antworteten die meisten, dass sie keine Bedenken haben. 63 % kümmern sich gar nicht oder nur wenig um denkbare Nachwehen. Doch die Business Software Alliance (BSA) warnt vor einem zu sorglosen Umgang mit dem Internet am Arbeitsplatz. Hohn Wolfe, Head of Internet Investigations der BSA erklärt: „Was neben der verwendeten Arbeitszeit bedenklich ist, ist die Tatsache, dass dieses Verhalten auch dazu führt, dass Software Tools oder urheberrechtlich geschützte Inhalte auf die Computer heruntergeladen werden. Letzteres ist deshalb problematisch, weil die Unternehmen dann für Copyrightverletzungen der Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen werden könnten. „Im schlimmsten Fall könnten durch eingeschleppte Schadsoftware Ausfälle der IT, Datenverlust und Industriespionage drohen“, ergänzt Höppner, Sprecher der BSA.

Obgleich der Prozentsatz der im Internet gekauften Artikel in der Bundesrepublik im Vergleich zum Jahr 2006 von 36 auf 42 % angewachsen ist, sind die deutschen Arbeitnehmer die Gewissenhaftesten im internationalen Vergleich. Grundsätzlich sagen nur 19 %, dass sie in unbemerkten Augenblicken das Internet im Büro zu privaten Zwecken nutzen. Global liegt der Anteil bei 35%.


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