Ein Jahr nach dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung: 73 % der Europäerinnen und Europäer haben von der Verordnung gehört

Im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung anlässlich des ersten Jahres der Anwendung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) veröffentlicht die Europäische Kommission heute die Ergebnisse einer Eurobarometer-Sonderumfrage zum Thema Datenschutz. Aus der Umfrage geht hervor, dass die Europäerinnen und Europäer recht gut über die neuen Datenschutzvorschriften, ihre Datenschutzrechte und die nationalen Datenschutzbehörden, an die sie sich bei Verstößen gegen ihre Rechte wenden können, Bescheid wissen.

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Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, sagte hierzu: „Die Bürgerinnen und Bürger Europas sind sich ihrer digitalen Rechte inzwischen stärker bewusst. Das macht Mut für die Zukunft. Allerdings haben lediglich drei von zehn Europäerinnen und Europäern schon von allen ihren neuen Datenschutzrechten gehört. Für die Unternehmen ist das Vertrauen ihrer Kunden eine harte Währung, und dieses Vertrauen beginnt mit dem Verständnis der Datenschutzeinstellungen und dem Vertrauen in diese Einstellungen. Um seine Rechte ausüben zu können, muss man sie kennen. Insofern ist eine klarere und einfachere Anwendung der Datenschutzvorschriften für beide Seiten von Vorteil.“

Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, fügte hinzu: „Eines unserer wichtigsten Ziele besteht darin, den Europäerinnen und Europäern dabei zu helfen, die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten zurückzugewinnen. Von den 60 % der Europäerinnen und Europäer, die überhaupt Datenschutzerklärungen lesen, lesen jedoch lediglich 13 % diese Erklärungen vollständig durch. Grund hierfür ist, dass die Erklärungen zu lang oder zu schwierig zu verstehen sind. Daher möchte ich noch einmal darauf drängen, dass alle Online-Unternehmen ihre Datenschutzerklärungen präzise, transparent und für alle Nutzer verständlich formulieren. Zudem möchte ich alle Europäerinnen und Europäer ermutigen, von ihren Datenschutzrechten Gebrauch zu machen und ihre Datenschutzeinstellungen zu optimieren.“

Die auf den Antworten von 27 000 Europäerinnen und Europäern basierende Eurobarometer-Umfrage hat ergeben, dass 73 % aller Befragten schon von mindestens einem der sechs durch die Datenschutz-Grundverordnung garantierten Rechte, auf die sich die Umfrage bezog, gehört haben. Den meisten Befragten bekannt war das Recht auf den Zugang zu ihren personenbezogenen Daten (65 %), gefolgt vom Recht auf Berichtigung sachlich falscher Daten (61 %), vom Recht auf Widerspruch gegen die Übermittlung von Direktwerbung (59 %) und vom Recht auf Löschung ihrer eigenen Daten (57 %).

Zudem wissen 67 % der Befragten von der Datenschutz-Grundverordnung und 57 % von ihren nationalen Datenschutzbehörden. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem, dass der Datenschutz ein wichtiges Anliegen ist: 62 % aller Befragten sorgen sich, dass sie keine vollständige Kontrolle über ihre online übermittelten personenbezogenen Daten haben.

Aus diesem Grund veranstaltet die Europäische Kommission eine Diskussionsveranstaltung mit Vertretern von nationalen Behörden, EU-Behörden und Unternehmen, auf der eine Bilanz des ersten Jahres der Anwendung der EU-Datenschutz-Grundverordnung gezogen werden soll und an der auch EU-Kommissarin Jourová teilnehmen wird.

Nächste Schritte

Die Kommission startet heute eine Sensibilisierungskampagne, mit der die Bürgerinnen und Bürger ermutigt werden sollen, Datenschutzerklärungen durchzulesen und ihre Datenschutzeinstellungen so zu optimieren, dass sie nur noch solche personenbezogenen Daten mitteilen, zu deren Preisgabe sie bereit sind.

Zudem wird die Kommission über die Anwendung der Datenschutz-Grundverordnung im Jahr 2020 berichten.

Hintergrund

Die Datenschutz-Grundverordnung ist ein einheitliches Regelwerk, das auf einem gemeinsamen EU-weiten Konzept für den Schutz personenbezogener Daten beruht und in den Mitgliedstaaten unmittelbar anwendbar ist. Sie stärkt das Vertrauen, indem sie natürlichen Personen die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten zurück gibt und gleichzeitig den freien Verkehr personenbezogener Daten zwischen den EU-Mitgliedstaaten garantiert. Der Schutz personenbezogener Daten ist ein Grundrecht in der Europäischen Union.

Die Datenschutz-Grundverordnung ist seit dem 25. Mai 2018 in Kraft. Seitdem haben fast alle Mitgliedstaaten ihre nationalen Rechtsvorschriften an die Datenschutz-Grundverordnung angepasst. Die nationalen Datenschutzbehörden sind dafür zuständig, die neuen Vorschriften durchzusetzen und stimmen ihre Maßnahmen dank der neuen Kooperationsmechanismen und des Europäischen Datenschutzausschusses besser aufeinander ab. Sie erstellen Leitlinien zu zentralen Aspekten der Datenschutz-Grundverordnung, um die Umsetzung der neuen Vorschriften zu unterstützen.