Security 2007 befasst sich mit dem Jugendschutz im Internet

In Wien fand diese Woche die 5.Security-Veranstaltung des europäischen Zentrums für e-Commerce und Internetrecht statt. Die Security 07 stand unter dem Kernthema Jugendschutz.
Andrej Zivanovic von Wolf Theiss Rechtsanwälten ging z.b. in seinem Vortrag vor allem auf die Rolle der Eltern ein, wenn die Kinder im Netz über die Stränge schlagen. „Die Frage, wer haftet, wenn Minderjährige im Internet rechtswidrig handeln, ist in Österreich nicht immer zweifelsfrei zu beantworten. Jedenfalls ist aber Vorsicht geboten, da nach den allgemeinen Regeln des Zivilrechts Eltern sehr oft für den Schaden aufkommen müssen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen.“
Ein anderes Problem sehen die Experten darin, dass sich jedes 12-jährige Kind in Sachen Internet und mobiler Kommunikation besser auskennt als seine Eltern.
Als Eltern bzw. Erwachsener hier gegenüber den Kindern einen Wissensvorsprung zu erhalten, dürfte dagegen nicht so einfach sein, denn 90 % der 14 – 19-Jährigen sind bereits Internet-User. Es besteht also eine Kluft zwischen dem digitalen Wissen der Kinder und dem der Eltern. Der digitale Generationskonflikt ist jedoch nicht alleine auf den Computer beschränkt. Michael Freyberger von mobilkom austria: „Eltern wissen oft nicht, welche Daten ihre Kinder am Handy haben. Wir versuchen beispielsweise mit unserem Handyguide Aufklärungsarbeit zu leisten und verbessern laufend unsere Kontrollsysteme. Aber trotz aller vorhandenen Kontrollmaßnahmen lässt sich keine 100% ige Sicherheit schaffen, um Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten zu schützen. Hier sind auch die Eltern gefragt.“
Um von Anfang an die Gefahren der Kinder zu minimieren raten die Experten den Eltern sich zunächst mit den digitalen Medien ebenso vertraut zu machen wie es ihre Kinder tun.Denn nur technische Schutzmaßnahmen zu ergreifen reicht oft nicht aus. Man sollte seine Schützlinge auch über die konkreten Risiken im Web aufklären können.
Die Gefahren lauern aber nicht nur in den gefährdenden Inhalten mancher Seiten sondern auch durch Triebtäter, die die Namenlosigkeit des Netzes dazu benutzen, Kontakte zu potenziellen Opfern anzubahnen. Grooming, so der Fachbegriff dafür, wird immer aktueller und ist leider bisher strafrechtlich schwer zu fassen. Universitätsprofessor Wolfgang Zankl vom e-center denkt, dass neue Anforderungen auf Internetjuristen zukommen werden. Zankl wörtlich:„Durch den steigenden Wissensstand von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit den neuen Medien ergeben sich ganz neue Anforderungen an die Rechtssicherheit, die die Eltern und auch die Wirtschaft treffen.“

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Gesetz, Sicherheit

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