Woplay, Streamba, Oneflix & Co.: Beschwerden zu Fake-Streaming-Webseiten reiẞen nicht ab

Über das Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen erhält das Marktwächter-Team aus Rheinland-Pfalz zahlreiche Beschwerden zu einem Netzwerk von dubiosen Video-Streaming-Webseiten. Im Internet tauchen immer neue Webseiten mit „flix“, „play“ und „stream“ im Namen auf. Die Verbraucherschützer raten daher zur Vorsicht: Wer im Netz nach einem kostenlosen Streaming-Dienst sucht, kann leicht auf eine dieser dubiosen Webseiten stoßen. Anstelle von Filmen und Serien erhalten Verbraucher Rechnungen für angebliche Jahresabos, gefälschte Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen.

Woplay, Streamba, Oneflix & Co.: Beschwerden zu Fake-Streaming-Webseiten reiẞen nicht ab

Woplay, Streamba, Oneflix & Co.: Beschwerden zu Fake-Streaming-Webseiten reiẞen nicht ab – Bild: ©istock.com/scyther5

Über Verbraucherbeschwerden und eigene Recherchen identifizierten die Marktwächter-Experten inzwischen über 200 nahezu identisch aussehende, dubiose Streaming-Webseiten – und regelmäßig kommen neue dazu. Die Webseiten unterscheiden sich lediglich durch die URL und den Namen im Logo. Aufgrund ihrer professionellen Aufmachung sind sie schwer von seriösen Webseiten zu unterscheiden.

Lockmittel: Kostenloses Probeabo

Die Betreiber dieser Seiten versuchen Internetnutzer mit vorgetäuschten kostenlosen Angeboten in eine Abofalle zu locken: Doch nach der Registrierung kann man weder die beworbenen Filme oder Serien schauen, noch kommt eine Vertragsbestätigung per E-Mail, in der man über die Kosten eines automatisch verlängerten Jahresabos informiert wird. Eine Rechnung über bis zu 360 Euro für ein Jahresabo erhalten betroffene Verbraucher – darunter auch Minderjährige – aber wenige Tage später trotzdem. Dabei werden sie nicht nur per E-Mail, sondern zum Teil auch per Telefon aggressiv aufgefordert, den Betrag umgehend zu begleichen.

Falsche Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen

Um weiter Druck auf Betroffene auszuüben und sie zur Zahlung zu bewegen, verschicken die Betrüger falsche Inkassoschreiben mit Zahlungsaufforderungen. Zum Teil auch E-Mails mit konkreten Pfändungsterminen. „Natürlich sind betroffene Verbraucher verunsichert, ob sie die Rechnung begleichen müssen“, so Manfred Schwarzenberg, Teamleiter Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Aber alle diese Druckmittel entbehren im konkreten Fall jeglicher rechtlichen Grundlage. Es geht einzig und alleine darum, Verbrauchern Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Sogar für den Fall, dass besorgte Verbraucher im Netz nach Informationen suchen, haben die Betreiber der Webseiten vorgesorgt: Auf YouTube erklären vermeintliche „Anwälte“, die Forderungen seien rechtmäßig, da die Nutzungsbedingungen akzeptiert worden seien.

Betrüger bedienen sich fremder Identitäten

Fortlaufend stellen die Betrüger neue Webseiten online. Dabei erfinden sie für das Impressum Namen oder missbrauchen fremde Identitäten. Hierbei handelt es sich um Firmen, die tatsächlich existieren, jedoch nichts mit den betrügerischen Maschen zu tun haben. Nach Erkenntnissen der Marktwächter-Experten verwenden die Kriminellen bei den vermeintlichen Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen ebenfalls Namen existierender Inkassobüros und Kanzleien. „Die Betreiber dieser Webseiten nutzen fremde Firmennamen, um bei Verbrauchern den Eindruck zu erwecken, es handele sich um eine echte Forderung“, erklärt Schwarzenberg. „Wir können Verbraucher daher nur zur Vorsicht raten und empfehlen, sich vorher genau über die Webseite zu informieren, auf der man sich registrieren möchte.“

Verbraucher, die unsicher sind, ob die Forderung einer Streaming-Webseite berechtigt ist, können sich bei Ihrer Verbraucherzentrale individuell beraten lassen. Eine Übersicht über nahegelegene Verbraucherzentralen und deren Beratungsangebot finden sie unter www.verbraucherzentrale.de/beratung

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Kategorien: Recht & Sicherheit

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