Pol Pot-Auktion vorerst gestoppt

Verwundert hat es schon ein wenig, dass eBay recht lange bei der Versteigerung des „Pol Pot- Mercedes“ zugeschaut hat. Noch verwunderlicher ist, dass es tatsächlich Menschen gibt, denen die Herkunft des Wagens gleichgültig zu sein scheint.

Ein Anbieter präsentierte beim Online-Auktionshaus eBay einen Mercedes-Benz als den Wagen des früheren Diktators Pol Pot in Kambodscha. Kritiker des blutigen Regimes der Roten Khmer hatten sich schon gegen die Auktion ausgesprochen.

Doch nicht die Tatsache, dass einer der schlimmsten Diktatoren Besitzer des Fahrzeuges gewesen sein soll, war der Anlass für eBay die Auktion zu stoppen, sondern das Nicht-Beachten von eBay-Richtlinien hat zum vorzeitigen Ende geführt, so Leonie Bechtoldt, Sprecherin von eBay Deutschland. Der Verkäufer hatte sich in Großbritannien als eBay-Verkäufer registriert. Dort gelten zum Teil andere eBay-Regeln. Der Anbieter wollte den Mercedes-Benz für mindestens 35.000 Pfund, umgerechnet knapp 50.000 Euro, verkaufen. Er versprach, einen Teil des Gewinns spenden zu wollen. „Für solche Charity-Anliegen gibt es ein extra Portal bei eBay in England“, so die Sprecherin. Dort hätte die Auktion dann auch angemeldet werden müssen.

Überdies hatte der Anbieter auf ein Video beim Online-Portal Youtube verlinkt, so wollte er belegen, dass das inzwischen 34 Jahre alte Fahrzeug seit 2001 gründlich aufgearbeitet wurde. Doch Links auf externe Angebote innerhalb einer Versteigerung sind laut eBay nicht erlaubt. Online war die Auktion seit dem 22. Oktober und es gab ein Gebot zum Mindestpreis. Am 31.10.2007 wäre die Auktion zu Ende gegangen. Der Verkäufer bekommt wahrscheinlich eine zweite Chance, und kann dann das Auto neu listen, sofern er sich an die eBay-Regeln hält.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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