99,9% aller Internetseiten sind unbedenklich

Über 200.000 tatsächliche Hinweise auf Delikte im Netz sind in den vergangenen drei Jahren vom eco Verband der deutschen Internetwirtschaft an die Behörden übermittelt worden.

Der Verband teilte weiterhin mit, dass im Zeitraum von September 2004 bis zum Dezember 2006 etwa 900.000 Hinweise von Seiten der Öffentlichkeit bei den „Inhope-Hotlines“ verzeichnet wurden. „Inhope“ ist die Abkürzung für ‚Internet Hotline Providers in Europe Association’. Es handelt sich hierbei um eine Organisation, bestehend aus 28 Mitgliedern aus 25 Ländern, unter dem Dach der Europäischen Kommission.  Aufgabe ist es, die Internetkriminalität grenzübergreifend einzudämmen.

Da eine große Anzahl von Internetbetrügern vom Ausland aus agieren und die Gesetze in den einzelnen Ländern unterschiedlich sind, ist eine internationale Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden unabdingbar. Eco-Geschäftsführer Harald Summa bezeichnet die Lage in Russland, der Ukraine und anderen Staaten der einstigen Sowjetrepublik als besonders dramatisch, sieht aber auch mittlerweile Südamerika als einen Problemfall an.

Bei den Hinweisen durch die Bevölkerung handelt es sich um strafbare oder auch schädliche Inhalte einzelner Seiten. Rassischste Bekundungen und Kinderpornographie standen an erster Stelle, sind derzeit aber Gott sei Dank rückläufig. „Insgesamt haben die Hinweise in den vergangenen drei Jahren ordentlich zugenommen. Zunächst hatten wir nur ein bis zwei Kollegen beschäftigt, mittlerweile kümmern sich acht Personen um diesen Bereich“, erklärt Summa.

Die meisten Erfolge von Staatsanwaltschaft und Polizei haben ihren Ausgangspunkt in Hinweisen der Internetwirtschaft. Summa hierzu: „Die Selbstkontrolle funktioniert hier so gut, dass heute 99,9% aller Internetseiten sauber sind. Der Verband wird weiter daran arbeiten, auch die restlichen 0,1% effektiv zu bekämpfen.“

Normalerweise versuche man nach einer eingegangen Beschwerde zuerst den Host der entsprechenden Webseite ausfindig zu machen. Juristen seien damit beschäftigt, den Hinweisen nachzugehen, um sie dann zu bewerten. Danach kontaktieren die Anwälte die Betreiber der fragwürdigen Seiten und fordern sie dazu auf, die strittigen Inhalte zu löschen. Sollte dieses nicht gelingen, werden die Behörden eingeschaltet. Um einen wirksamen und sicheren Austausch von Informationen über abträgliche und gesetzeswidrige Inhalte im Internet auf internationaler Stufe sicherzustellen, hat Inhope einen verbindliche Richtschnur für seine Mitglieder festgelegt. Dieser Standard soll den Betrieb der Hotlines in Bezug auf deren Kooperation mit den entsprechenden Ämtern und fremdländischen Hotlines regeln. eco beschäftigt zudem eigene Mitarbeiter, die dazu abgestellt sind, spezielle Trainingsprogramme für die Hotline-Bediensteten zusammenzustellen.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Gesetz, Sicherheit

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