WWF und eBay starten Kooperation

Der verschwenderische Umgang mit Rohstoffen im Konsumgüterbereich ist – neben Verkehr und Industrie – einer der Hauptgründe für die massiven Umwelt- und Klimaprobleme der heutigen Zeit. Voll funktionstüchtige Haushalts- und Elektronikgeräte – und damit wertvolle Rohstoffe – landen oft im Müll oder bleiben unbenutzt liegen, nur weil sie nicht mehr top-aktuell sind oder durch Neuware ersetzt wurden. Für viele dieser gebrauchten Alltagsgegenstände gibt es im Internet einen Sekundärmarkt und interessierte Abnehmer, die einen längeren Produktlebenszyklus und damit einen umweltschonenderen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen sicherstellen können.

Im Rahmen einer neuen Kampagne informieren der WWF Österreich und der Online-Marktplatz eBay.at nun gemeinsam über die positiven Umweltaspekte des privaten Online-Handels und darüber, in welchen Produktsegmenten der Kauf und Verkauf von Gebrauchtwaren ökologisch besonders sinnvoll ist.

Geschäftsführerin Dr. Hildegard Aichberger vom World Wide Fund For Nature (WWF): „Neben einer ressourcenschonenden Produktion ist es in Zukunft vor allem wichtig, die Nutzungsdauer von Konsumgütern wieder zu verlängern. Die bereits verbrauchten wertvollen Rohstoffe müssen länger und sinnvoller eingesetzt werden.“ Die verstärkte Nutzung von Online-Auktionen kann dabei einen positiven Beitrag zur Umweltbilanz jedes Einzelnen leisten: „Das ist ein neuer Aspekt der Rolle des privaten Online-Handels, der in der öffentlichen Diskussion rund um Klimawandel und aktuelle Umweltprobleme bisher wenig Beachtung gefunden hat. Das wollen wir ändern“, erklärt Aichberger vom WWF.

In den fünf Jahren seit Bestehen von eBay.at haben die Österreicher rund 17 Millionen Artikel über eBay.at verkauft, der überwiegende Anteil davon waren Gebrauchtwaren von privaten Nutzern.

Alberto Sanz, Geschäftsführer von eBay.at: „Ökologisch zu handeln muss heute nichts mehr mit persönlichen Einschränkungen zu tun haben, sondern kann mit eBay sogar zusätzliche Einnahmen bringen und Spaß machen.“

Neue Auktionskultur: Wegwerfgesellschaft entwickelt sich zur „Generation eBay“

Aktuelle Trends zeigen, dass sich die Wegwerfgesellschaft der letzten Jahrzehnte in vielen Bereichen zur „Generation eBay“ entwickelt, in der es wieder durchaus „in“ ist, auf Gebrauchtes zurückzugreifen. Der Kauf von Gebrauchtem hat das „schmuddelige“ Flohmarkt-Image von ehedem verloren, er ermöglicht der breiten Masse Zugang zu sonst zu teuren Produkten.

„Weiterverkaufen und selbst gebrauchte Produkte zu kaufen ist heute kein Zeichen von Geldmangel mehr, sondern ein breiter Lifestyle-Trend und gleichzeitig ein Zeichen von ökonomischer und ökologischer Intelligenz. Der ‚Besitz auf Zeit‘ ist ein neuer Konsumtrend“, erklärt Alberto Sanz die gesellschaftlichen Veränderungen, die die von eBay eingeläutete neue Auktionskultur mit sich gebracht hat.

Durch den heute für jeden PC-Besitzer einfach möglichen Kauf und Verkauf von gebrauchten Waren im Internet kann nicht mehr Benötigtem und Ausgemustertem ein „zweites Leben“ eingehaucht werden. Gebrauchte Produkte, die funktionieren oder einfach zu reparieren sind, bringen dem Verkäufer Erlös und gleichzeitig werden durch die Wiederverwendung natürliche Ressourcen geschont.

Mit Gebrauchtkauf bei Online-Auktionen den ökologischen Fußabdruck reduzieren

Der „ökologische Fußabdruck“ ist ein Maß dafür, wie stark der menschliche Ressourcenverbrauch die natürlichen Kapazitäten der Erde beansprucht. Er misst, wie viel Acker, Wald- und Weideland für die Produktion unserer Güter benötigt wird. Den persönlichen Fußabdruck kann jeder errechnen unter http://www.fussabdruck.at . Berechnungen zeigen, dass weltweit jedem Menschen durchschnittlich eine Fläche von 1,8 Hektar zur Verfügung steht. Der Fußabdruck der Österreicher ist mit derzeit 4,58 Hektar aber wesentlich größer! Das bedeutet: Würden alle Menschen auf der Erde so leben wie wir Österreicher, dann bräuchten wir fast drei Planeten! Der durchschnittliche Fußabdruck wird in Österreich zu rund 11 Prozent durch den Konsum von Gütern verursacht.

72m² Fläche pro Handy, 6,4 Tonnen Rohstoffe pro Fahrrad, 398kg Rohstoffe pro Laptop

Durch den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwaren und der damit verbundenen längeren Nutzung von natürlichen Ressourcen kann jeder Einzelne seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck reduzieren. Der WWF berechnete etwa, dass für die Herstellung eines einzigen Handys eine Fläche von 72 m2 benötigt wird. Für die Herstellung eines Laptops werden 398 kg Rohstoffe verbraucht, die für die Produktion notwendige Energie verbraucht ungefähr die Fläche eines Tennisplatzes. Für die Herstellung eines Fahrrads sind etwa 6400 kg Rohstoffe notwendig. Die Produktion von 1kg Baumwolle benötigt bis zu 29000 Liter Wasser. 1 T-Shirt verursacht einen Fußabdruck von 13 m2. Für die Herstellung eines Tisches für 4-6 Personen werden ca. 650 m2 Waldfläche benötigt, das entspricht circa der Fläche eines olympischen Schwimmbeckens.

„Diese Zahlen und das, was jeder Einzelne zur Reduzierung seines persönlichen Fußabdruckes beitragen kann, ist den meisten Österreichern derzeit nicht bewusst. Wir werden daher mit dem WWF im Rahmen unserer Kampagne Kategorien bei eBay.at speziell kennzeichnen, in denen der Kauf von gebrauchten Produkten ökologisch besonders sinnvoll ist“, so Alberto Sanz von eBay.

Aktuelle Umfrage zum Umweltbewusstsein der Österreicher: Wissen hui, Handeln pfui

Wie hoch der Handlungsbedarf der Österreicher in Bezug auf ihren persönlichen ökologischen „Footprint“ ist, belegt auch eine aktuelle Marketagent-Studie, die von eBay und dem WWF in Auftrag gegeben wurde.

Während bereits 94,5 Prozent der über 1000 befragten Österreicher wissen, dass sich der Kauf und Wiederverkauf von gebrauchten Produkten positiv auf die Umwelt auswirkt, geben erst 41,9 Prozent an, sich auch im Alltag zu bemühen, gebrauchte Konsumgüter und elektronische Geräte nicht wegzuwerfen, sondern zu verkaufen oder weiterzugeben. Während circa 88 Prozent der Österreicher die Begriffe „Altpapier sammeln“ und „Mülltrennung“ persönlich mit den Begriffen „Wiederverwendung“ bzw. „Recycling“ verbinden, ordnen erst 45 Prozent der Befragten den Kauf oder Verkauf von gebrauchten Waren dem umweltfreundlichen Handeln zu.

Dabei ist das Umweltpotenzial der Österreicher vor allem durch den vorhandenen Überfluss im Konsumgüterbereich riesig: 60 Prozent aller Österreicher geben an, Handys gegen Neuware ausgetauscht zu haben, obwohl sie noch voll funktionstüchtig waren. 64 Prozent ersetzten Computer, 55 Prozent Fotoapparate, 41 Prozent MP3-Player und sogar 75 Prozent der Spielkonsolenbesitzer kauften Neugeräte, obwohl ihre alten noch voll funktionstüchtig waren. Nur Werkzeuge und Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler und Waschmaschinen werden in Österreichs Haushalten meist so lange genutzt, bis sie wirklich nicht mehr funktionieren. So trennten sich zum Beispiel erst 9,3 Prozent der Österreicher jemals von einer Waschmaschine, die noch funktioniert hat.

Ganze 28 Prozent der befragten Österreicher gaben an, dass sie überhaupt noch nie Alltagsgegenstände oder Konsumgüter gebraucht gekauft haben und nannten als Hauptgrund dafür, reduzierte Gewährleistung/Garantie und Angst vor versteckten Mängeln. 80 Prozent können sich jedoch vorstellen, es zukünftig zu tun.

96 Prozent: Kundenzufriedenheit bei Käufern von Gebrauchtwaren hoch

Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Kundenzufriedenheit bei Käufern von billigeren gebrauchten Produkten nicht von jenen der Käufer von Neuwaren unterscheidet. Nur 4 Prozent der Gebrauchtkäufer gaben an, mit den zuletzt gebraucht gekauften Produkten „eher weniger“ oder „überhaupt nicht“ zufrieden gewesen zu sein, während 96 Prozent der Gebrauchtkäufer „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“ waren.

Bei jenen 72 Prozent, die bereits gebrauchte Waren gekauft haben, führt der Internet-Marktplatz eBay inzwischen als Bezugsquelle. 72,9 Prozent haben schon bei eBay gekauft, 51,7 Prozent kauften Gebrauchtes bei Freunden und von Familienmitgliedern und 46,5 Prozent besuchten dafür einen Flohmarkt. Klassische Kleinanzeigen dürften immer mehr an Bedeutung verlieren, nur 26 Prozent gaben an, solche schon einmal für den Kauf von Produkten genutzt zu haben.

Wie die Studie auch aufzeigt, ist der Hauptgrund für den Kauf von gebrauchten Waren immer noch ein günstigerer Preis (89,9 Prozent) und auch der Spaßfaktor beim Aufstöbern ist für 38,5 Prozent relevant. Dass Gebrauchtwaren die Umwelt weniger belasten, war erst für 16,6 Prozent ein Entscheidungskriterium und zeigt, dass in diesem Bereich noch ein stärkeres Umweltbewusstsein geschaffen werden muss. Mit den eigens gekennzeichneten „grünen Wiederverwendungs-Produktkategorien“ will eBay.at dazu beitragen.

Gebrauchten Produkten ein zweites Leben geben: eBay und „die umweltberatung“ geben praktische Tipps zum ökologischen Handeln im Alltag

Für alle, die ihren gebrauchten Produkten ein zweites Leben geben wollen, bietet eBay in Kooperation mit „die umweltberatung“ Wien am 7. und am 21. November spezielle Kurse in der VHS Hietzing an.

Expertinnen und Experten vermitteln dabei praktische Tipps zum ökologischen Handeln im Alltag und geben Tipps zum erfolgreichen Verkaufen bei eBay. Die Plätze für die Kurse sind limitiert. Informationen zur Anmeldung finden Sie unter .

„die umweltberatung“ Wien ist eine Einrichtung des Verbands der Wiener Volksbildung, gefördert von der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien (MA22). Infos zur Umweltberatung finden Sie unter http://www.umweltberatung.at.

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Frank Weyermann
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