Firmeneigentum von Mitarbeiter bei eBay verkauft

Gründe für eine fristlose Kündigung eines Mitarbeiters gibt es genügend, einer davon ist, wenn eine Firma seinen Angestellten dabei erwischt, dass er auf dem Online-Markt eBay Firmenbesitz versteigert. Auch reichen Indizien aus und der Diebstahl muss nicht in allen Details nachgewiesen werden. Das Landesarbeitsgericht Köln hat dieses in einem Urteil bestätigt (AZ. 9 Sa 1033/06).

In dem zu verhandelnden Fall ging es um einen Außendienstarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens, der auf eBay Artikel anbot, die er eigentlich bei seiner dienstlichen Arbeit zu verwenden hatte. Die Telefonbuchsen, ISDN-Bauteile und Kabeltrommeln wurden ausnahmslos als “neu?, “unbenutzt? und “original verpackt? dargestellt.

Aufgefallen ist der Angestellte durch gezielte Testkäufe des Unternehmens auf der Plattform eBay. Nachdem der Monteur zur Rede gestellt wurde, versicherte er nichts aus dem Betrieb gestohlen zu haben. Die auf eBay angebotenen Teile stammten alle von Trödelmärkten oder Müllcontainern, daher könne er auch keine Rechnung vorweisen.

Sowohl der Arbeitgeber, als auch die Richter konnten dieser Geschichte keinen Glauben schenken. „Selbst wenn Indizien als solche nicht ausreichen, die Diebstähle wirklich nachzuweisen, rechtfertigen sie in einem massiven Fall wie diesem doch einen schwerwiegenden Diebstahlsverdacht“, so die Rechtsanwältin Tanja Leopold. Der alleinige schwerwiegende Verdacht genügt bereits, um die Vertrauensbasis zwischen Chef und Mitarbeiter zu ruinieren. Leopold weiter:„Weil darüber hinaus auch dringende Wiederholungsgefahr bestand, war die außerordentliche und fristlose Kündigung also rechtens.“

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Gesetz, Sicherheit

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