More Mall: Alibaba plant Offline-Expansion mit eigenem Einkaufszentrum

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In China sinken die Wachstumsraten im Internetgeschäft. Deswegen expandiert der Online-Riese weiter im stationären Bereich. Nach der Übernahme einer Lebensmittelkette will der Konzern nun ein eigenes Einkaufszentrum bauen. Dieses beeindruckt nicht mit seinem Namen, sondern mit der Technologie, die dort zum Einsatz kommt.

Die beiden E-Commerce-Riesen Amazon und Alibaba konkurrieren so gut wie in jedem Bereich. Wenn der eine ein neues innovatives Projekt startet, zieht der andere nach. Das gilt auch für den Offline-Handel. Hier ist Amazon seit geraumer Zeit sehr aktiv. Aber auch Alibaba bemüht sich um Expansion, wie die Investitionen in den letzten zwei Jahren beweisen. Acht Milliarden US-Dollar soll der chinesische Gigant in den stationären Handel gesteckt haben. Mit diesem Geld kaufte er unter anderem die Lebensmittelkette Hema, was gleich an Amazons Übernahme von Whole Foods denken lässt. Außerdem betreibt Alibaba unter der Bezeichnung Tao Cafe Verbrauchermärkte, die ohne Personal auskommen. Auch dieses Konzept ähnelt einem Projekt des Riesen aus Seattle: Amazon Go. Nun tritt der chinesische Online-Händler mit einem neuen großen Projekt hervor. Bis April 2018 will er in der Heimatstadt Hangzhou ein eigenes Einkaufszentrum bauen, das schlicht «More Mall» heißen soll.

Schwacher Name, starke Technologie

So unspektakulär dieser Name anmutet, so außergewöhnlich ist die Technologie, die Alibaba dort zum Einsatz kommen lassen möchte. Virtuelle Umkleidekabinen, High-Tech-Spiegel und Barcode-Scanner sollen den Einkauf verbessern und das Kundenerlebnis steigern. Dabei geht es aber auch darum, das stationäre mit dem Internetgeschäft zu verzahnen, wie Geschäftsführer der Alibaba Group Daniel Zhang kürzlich sagte: „Alibaba glaubt, dass die Zukunft des Neuen Einzelhandels die harmonische Integration von Online und Offline sein wird.“ Zugleich möchte der Riese mit seinen stationären Aktivitäten, die Flaute im chinesischen E-Commerce kompensieren. Die Wachstumsraten sind längt nicht mehr so hoch wie in den vergangenen Jahren. Stieg die Wirtschaftsleistung einst um 40 Prozent, so müssen sich die Online-Händler mittlerweile mit der Hälfte begnügen. Im stationären Geschäft hingegen hat Alibaba gute Chancen, riesige Umsätze zu erzielen. Denn 80 Prozent der Chinesen ziehen noch immer den Einkauf in physischen Geschäften vor.

Umtriebig in vielen Bereichen

Neben diesen Vorteilen erhofft sich Alibaba von dem Projekt, dass es zu einem besseren Verständnis dessen beiträgt, wie sich die Verbraucher beim Einkauf verhalten. Um diese Erkenntnisse bemüht sich das chinesische Unternehmen schon seit langer Zeit, indem er in Technologien und Algorithmen investiert, mit denen sich Kundendaten besser entschlüsseln lassen. Mit diesen Aktivitäten zeigt der Online-Gigant ein weiteres Mal, wie wichtig es für ihn ist, flexibel und umtriebig zu bleiben. Dementsprechend groß fällt die Zahl der Projekte aus. Erst kürzlich kündigte der Konzern an, das erste Logistik- und E-Commerce-Zentrum außerhalb Chinas aufbauen zu wollen. Dafür hat er sich das Land Malaysia ausgesucht. Zuvor eröffnete er ein neues Büro in Australien, investierte in die South China Morning Post, brachte die Video-Plattform Youku Tudou auf den Weg und initiierte eine achtstündige Modenschau.

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