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Zahlverfahren für Online-Shops: Gratwanderung zwischen Datenschutz, Zahlungsausfallrisiko und Akzeptanz

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Die größten Risiken für Online-Händler bestehen zweifelsohne im Zahlungsausfallrisiko sowie in der Verantwortung, sensible Kundendaten ausreichend zu schützen.

„Es ist deshalb für jeden Händler eine Gratwanderung, die bestehenden Risiken mit den Wünschen ihrer Kunden abzugleichen und daraus folgend Zahlungsarten anzubieten, die die kleinstmöglichen Risiken mit der größtmöglichen Akzeptanz verbinden. Denn Kaufabbrüche hängen nicht zuletzt mit den an gebotenen Zahlungsarten zusammen“, so Christian Heutger. Der Geschäftsführer des Internetproviders psw-group verweist dabei auf eine Studie des Payment-Anbieters PPRO Group, nach der 48,7 Prozent der Befragten ihren Einkauf abbrachen, weil die gewünschte Zahlungsart nicht zur Verfügung stand.

Das Angebot an Payment-Lösungen freilich ist riesig und undurchsichtig. Insbesondere im Online-Handel kennt der Ideenreichtum von Cyberkriminellen zudem kaum Grenzen. „Einige Payment-Anbieter integrieren Betrugspräventionen beispielsweise, indem sie bei Kreditkartenzahlung das Kartenherkunftsland mit jenem Ort abgleichen, von dem die Bestellung ausging. Wir können Händlern nur dazu raten, solche Anbieter ins Boot zu holen“, ergänzt Christian Heutger.

Zahlverfahren für Online-Shops: Gratwanderung zwischen Datenschutz, Zahlungsausfallrisiko und Akzeptanz

Zahlverfahren für Online-Shops: Gratwanderung zwischen Datenschutz, Zahlungsausfallrisiko und Akzeptanz

Der IT-Sicherheitsexperte rät zudem, Online-Shops nicht mit zu vielen Zahlungsarten zu überlasten. Ein Überangebot kann Kunden genauso zum Kaufabbruchbewegen wie fehlende Payment-Lösungen. Sein Tipp: „Online-Händler sollten, je nach Größe, die drei bis sieben Länder herausfiltern, in denen sie am meisten verkaufen und entsprechend die dort beliebtesten Zahlungsarten anbieten. Hierzulande gehören dazu beispielsweise SEPA-Lastschrift, PayPal, Rechnung, Kreditkarte, Vorkasse, giropay und Sofortüberweisung. Und bitte nicht mobile-optimierte Zahlungsverfahren, wie eine One-Click-Payment-Lösung, vergessen, denn heutzutage kaufen Kunden gern über ihr mobiles Endgerät ein.“

Wer außerdem einen Mix aus klassischen Pull-Payments, wie die für Kunden unkomplizierten Kreditkarten- oder Lastschriftzahlungen, sowie Push-Payments wie Direktüberweisungen oder PayPal anbietet, erhält zusätzliche Sicherheit. Rücklastschriften sind bei Push-Payments nämlich kein Thema und Zahlungseingänge auf diese Weise abgesichert. Zudem brauchen Händler sich hier nicht den Kopf über die sichere Aufbewahrung der Zahlungsdaten zu zerbrechen.

Sicherheit beliebter Payment-Lösungen

Rechnung
Sie gehört, was die Verwaltung von Zahlungsdaten angeht, zu den sichersten Zahlungsverfahren. Händler müssen keine
sensiblen Zahlungsdaten speichern. Jedoch besteht beim Rechnungskauf ein Zahlungsausfallrisiko, das einkalkuliert werden muss.

Vorkasse
Für Händler das wohl sicherste Zahlungsverfahren. Sie haben keine Probleme mit der Datensicherheit und versenden die Ware erst dann, wenn der fällige Rechnungsbetrag auf ihrem Konto eingegangen ist. Das Warten auf die Bestellung, die erst nach Geldeingang versendet wird, sowie der Gedanke, dass das überwiesene Geld im Falle einer Reklamation nicht wieder zurückgebucht wird, stört jedoch viele Kunden.

Lastschrift
Bei Kunden ein sehr beliebtes und unkompliziertes Verfahren, bei dem dieser die Genehmigung erteilt, den fälligen Betrag vom Konto abzubuchen. Händler müssen sich allerdings Gedanken über die Datensicherheit machen, denn sie verwalten sehr sensible Daten. Hinzu kommt ein Zahlungsausfallrisiko, wenn der Kunde seine Option nutzt, das Geld binnen acht Wochen zurückbuchen zu lassen.

Kreditkarte
Die Zahlung per Kreditkarte unterliegt seit dem 5. November 2015 neuen Sicherheitsrichtlinien. Für Kunden dürfte die Zahlung mittels Kreditkarte mit der neuen Zwei-Faktor-Prüfung, die vor Missbrauch schützen soll, umständlicher werden. Bei Kreditkartenzahlungen besteht zudem weiter ein erhöhtes Datensicherheitsrisiko und Händler sind in der Verantwortung, die Kreditkartendaten ihrer Kunden zu schützen.

Sofortüberweisung
Dieses kostenfreie Zahlungsmittel sollte im Zahlungsmix nicht fehlen. Der Kunde wird auf die Plattform sofort.de weitergeleitet, überprüft die automatisch übernommenen Überweisungsdaten und ergänzt die Bankleitzahl nebst Online-Banking-Zugangsdaten. Die Hemmschwelle datenschutzbewusster Käufer ist hoch, dennoch hat sich Sofortüberweisung als einfach anzuwendendes, unkompliziertes Zahlungsmittel bewährt. Da Kunden die Zahlung wie bei der normalen Überweisung nicht zurückholen können und Händlern kein Datensicherheitsaufwand entsteht, sind die Händler-Risiken recht gering.

Nachnahme
Die Ware wird gegen zusätzliche Gebühr in dem Moment bezahlt, in dem der Käufer sie annimmt. Für Kunden ist der Weg sicher: Ware gegen Geld. Auch für Händler zeigt sich der Zahlungsweg als sicher: Die Ware wird erst nach Bezahlung übergeben. Händler müssen jedoch mit teilweise hohen Transaktionskosten sowie umständlicher Abwicklung rechnen, wenn der Kunde nicht erreicht werden kann.

PayPal
Insbesondere für kleinere Beträge wird das E-Payment-Verfahren von Kunden sehr gern genutzt. Nach entsprechender Auswahl wird der Kunde auf die Website von PayPal weitergeleitet, wo seine Zahlungsdaten bereits hinterlegt sind. Er bestätigt den Kauf mit seinem Passwort und wird nach der Zahlung zurück zum Shop geleitet. Vorteilig für Händler: Sie können zügig – nach Abzug eines Disagios – den Zahlungseingang verbuchen. Die Bezahlung ist für Kunden und Händler unkompliziert, schnell und sicher.