eBay CEO John Donahoe im Gespräch mit dem Wall Street Journal

Kommentare deaktiviert für eBay CEO John Donahoe im Gespräch mit dem Wall Street Journal

eBay CEO John Donahoe sagte in einem Interview mit Rebecca Blumenstein vom Wall Street Journal, dass er in den nächsten 3 Jahren mit weiteren Veränderungen im Kauf- und Bezahlverhalten der Verbraucher rechne. Das Interview fand am 30. Januar 2013 im Rahmen der „Executive Breakfast Series“ des Journals statt.

„Wir sind an einem Scheitelpunkt einer der interessantesten und sich am stärksten verwandelnden Perioden von 2 ganz großen Industriezweigen, an denen wir uns beteiligen: Retail und Bezahlungen“, so Donahoe. Donahoe vergleicht die aktuelle Situation mit der Zeit wie die Menschen Medien nutzten, bevor das iPad eingeführt wurde. Vor der Einführung des iPads sei die Nutzung der Medien grundlegend anders gewesen. „Ich bekomme jetzt meine gesamten Medien über das iPad. Ich will meine Informationen dann, wenn ich es entscheide, so wie ich es gerne hätte und wann ich es möchte…!“

eBay CEO John Donahoe im Gespräch mit dem Wall Street Journal

Das werde auch beim Retail passieren. Und in diesem Fall habe ein Teil der Technologie einen transformativen Effekt. Hier sei besonders das Smartphone zu erwähnen, dass die Grenzen zwischen Online- und Offline verwischen, wenn nicht ganz auslöschen wird.

Vor 3 Jahren noch  hätte er gesagt eBay sei Teil des E-Commerce-Marktes… und der E-Commerce macht 5% des Offline-Retails aus und wird sich noch verdoppeln oder verdreifachen. …. Doch die Verbraucher seien drangeblieben und mittlerweile sei die Grenze zwischen Retail und E-Commerce verschwunden und man nenne es nun nur noch Commerce.

Bei mehr als 50% der US-amerikanischen Retail-Transaktionen hätten die Verbraucher irgendwann einmal das Internet besucht. Donahoe nutzte das Beispiel des Schukaufs: Der Konsument entscheidet sich  online Schuhe zu kaufen, die dann am nächsten Tag nach Hause geliefert werden. Oder er möchte sie lieber anprobieren und versichert sich zuvor, dass sie in einem regionalen Nordstrom [US-amerikanische Kaufhaus- und Versandhauskette] verfügbar sind. Der Kunde kann die Schuhe aber auch im Netz erwerben und eBay Now in Anspruch nehmen, eBays neuer Lieferservice in 2 großen Städten der USA, der die Auslieferung binnen einer Stunde verspricht.
eBay Now führte John Donahoe als Beispiel dafür an, wie sehr eBay die Gründer der Unternehmen schätzt, die eBay  in der Vergangenheit akquirierte und die bei Innovationen eBay unter die Arme greifen.

Blumenstein merkte an, dass eBay mehr als 40 Unternehmen übernommen habe und „es ein interessanter Weg sei Talente übernehmen zu können …“. Im Internet für Verbraucher sei ein Bedarf an „bahnbrechenden Neuerungen“ und die Akquisitionen seien ein toller Weg diese entsprechend einzubringen.

„Wir haben in den letzten 2 Jahren zirka 20 Akquisitionen vorgenommen. 18 davon waren kleinere Firmen, doch bei diesen wechselt auch oft der Unternehmensgründer mit. Das Auswahlverfahren für uns besteht darin zu sehen, ob der Firmengründer bei uns bleiben und innerhalb eBays weitere Neuerungen vorantreiben möchte.“

Jack Abraham der junge Gründer des Interneteinkaufsführers Milo wurde von Donahoe als Beispiel angeführt. Er kümmerte sich unter anderem um eBay Local und erfand das eBay Now-Konzept. Mittlerweile jedoch hat Abraham eBay wieder verlassen, doch soll er als Berater für Shopping Innovationen noch zur Verfügung stehen.

Blumenstein spricht noch das Thema an, dass eBay in den Köpfen vieler Leute immer noch als Auktionsplattform herumgeistert. Sie wollte wissen wie eBay diese Wahrnehmung verändern möchte.

Vor 5 Jahren noch lag das Verhältnis Auktionen/Festpreisverkäufe bei 70 zu 30%. Jetzt sei es umgekehrt und man sei auf dem, dass 80% der verkauften Festpreisartikel und 20% Auktionsware seien. Die Verbraucher selbst würden dafür sorgen und nicht eBay. Die verstärkte Nutzung des iPhone treibe diese Entwicklung ebenfalls voran.

Donahoe sprach auch über PayPal und die Präsens des Bezahldienstes in stationären Geschäften. Zur Datenschutzproblematik meinte Donahoe, dass diese auch bei Nutzung der PayPal mobile App gewährleistet sei. An die finanziellen Informationen käme niemand heran. Und bei eBay würden die persönlichen und Kaufinformationen niemals mit anderen geteilt. „Die Privatsphäre ist eine sehr gewichtige Angelegenheit.“

Wieder einmalnach dem Wettbewerb mit Amazon USA befragt, meint Donahoe nur, dass es genügend Platz für verschiedene Gewinner im Commerce gebe. Zudem sei Amazon ein Retailer, wohingegen eBay eher eine Technologie-Plattform sei, die einen Online-Marktplatz biete und Partner[seiner Händler] sei.

Beitrag teilen: