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Umsatz- und Gewinnrückgang bei Facebook: Platzt die Blase schon vor dem Börsengang?

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Schneller, höher, weiter, das schien das Motto von Facebook in den vergangenen Jahren zu sein. Mit 900 Millionen Mitgliedern steht Facebook kurz vor der Milliarde, allerdings wäre es interessant zu wissen, um wieviele Account-Leichen diese Zahl wirklich bereinigt werden müsste.

Am 01. Februar hatte Facebook bei der US-Börsenaufsicht offiziell den Gang an die Börse beantragt. Das angekündigte Volumen liegt erst einmal „lediglich“ bei 5 Milliarden US-Dollar, und damit um 50% unter den Erwartungen der Analysten, die mit 10 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Im Zuge der Ankündigung legte Facebook dann  auch erstmalig offizielle Zahlen für 2011 vor. Bis dahin war Facebook als nicht börsennotierter Konzern mit weniger als 500 Anteilseignern in den USA nicht dazu verpflichtet, seine Bilanzen offenzulegen.

  • Der Umsatz hatte sich von 2010 zu 2011 auf 3,7 Milliarden Dollar verdoppelt.
  • Der Gewinn legte um 65% auf 1 Milliarde Dollar zu.
  • Facebook hatte die Anzahl der Mitglieder mit 845 Millionen angegeben, von denen 483 Millionen täglich im Netzwerk aktiv seien.
Umsatz- und Gewinnrückgang bei Facebook: Platzt die Blase schon vor dem Börsengang?

Umsatz- und Gewinnrückgang bei Facebook: Platzt die Blase schon vor dem Börsengang?

Die nun aktuell ausgewiesenen Zahlen weisen einen Umsatzrückggang um 6% aus, allerdings wird bei diesem Umsatzrückgang das erste Quartal 2012 nicht mit dem Vorjahresquartal 01/2011 verglichen, sondern mit dem 4. Quartal 2011. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Q 1/2011 konnte Facebook ein Plus von 45 Prozent verzeichnen. Der Umsatzrückggang im direkten Quartalsvergleich ist für das erfolgsverwöhnte Facebook trotzdem eher ungewöhnlich und wurde auch so nicht erwartet.  Als Begründung werden Schwankungen in den Werbeeinnahmen, der wichtigsten Einnahmenquelle Facebooks, angegeben. Der Nettogewinn sank auf Jahressicht um zwölf Prozent auf 205 Millionen Dollar. Ein Grund für den Ertragsrückgang waren wohl deutlich gestiegene Marketing- und Entwicklungskosten, auch hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Anzahl der Mitarbeiter um 46 Prozent auf gut 3.500 Mitarbeiter aufgestockt.

Bei anderen Unternehmen wären die Zahlen wahrscheinlich nicht als derart dramatisch wahrgenommen worden, bei Facebook jedoch sieht es momentan etwas anders aus:

  • Facebook wird als Unternehmen wahrgenommen, das in sehr hohem Tempo wächst, daher bereit jede Wachstumsschwäche Sorge am Geldmarkt.
  • Die Erwartungen der Märkte sind gerade vor dem Börsengang sind sehr hoch.
  • Die Verlangsamung des Wachstums  ist deutlicher, als die Analysten sich das vorgestellt haben.
  • Die eigentlich normalen Schwankungen in den Werbeeinnahmen sind möglicherweise bislang vom starken Werbewachstum überdeckt worden, könnten sich aber nun auch in Zukunft stärker bemerkbar machen. Facebook aber generiert den Großteil seines Umsatzes mit Werbeeinahmen. Google hat im Gegensatz zu Facebook bisher kein Umsatz-Problem mit schwankenden Werbeeinnhamen.
  • Gerade auf besonders erfolgreichen Wachstumsmärkten wie Brasilien und Indien hat Facebook im Gegensatz zu den Mitbewerbern Schwierigkeiten,  Gewinne zu erzielen.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen rückt bei Facebook nun den Online-Handel stärker in den Fokus. Erst am Montag deutete Facebook an, die virtuelle Währung „Facebook Credits“ künftig nicht mehr nur in Online-Spielen einzusetzen und vielleicht wächst hier ein neuer Handelsriese als Konkurrenz zu Amazon oder eBay heran?

Man darf aber aus meiner Sicht berechtigte Zweifel haben, ob das Turbo-Wachstum ewig so weitergeht und ob es sich angemessen auszahlen wird.

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