Bundeskartellamt überprüft Preisparität bei Amazon
Amazon schreibt seinen Händlern ab Mai 2010 die Verkaufspreise vor, das heißt, die Händler des Internet-Riesen dürfen diese nicht mehr frei festlegen. Nun schaltet sich das Bundeskartellamt ein, so berichtet die WirtschaftsWoche.
Kürzlich schon wurde auch eBay vom Kartellamt untersucht, als das Internet-Auktionshaus im Februar 2010 Verkäufer dazu verpflichtete, die eBay-Tochter PayPal zu nutzen, wenn sie Waren über die Plattform anbieten und weniger als 50 Bewertungspunkte haben. Dieses Verfahren gegen eBay wurde jedoch mittlerweile eingestellt, da laut dem Bundeskartellamt kein Missbrauch vorliege.
Das Bundeskartellamt bestätigte, dass sie momentan prüfen, ob ein förmliches Verfahren gegen Amazon.de eröffnet wird. Ein ähnlicher Check läuft bei der „Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs“, so ein Sprecher. Amazon änderte zum März 2010 seine Geschäftsbedingungen und versucht sich auf der deutschen Webseite in einer Erklärung zu den Änderungen. Für Marktplatz-Händler gilt ab diesem Zeitpunkt bei Amazon Preisparität. Amazon will damit verhindern, dass Händler ihre Produkte auf anderen Vertriebswegen preiswerter anbieten. Ist das bereits der Fall, müssen die Amazon-Preise nun gesenkt werden. Bis Anfang Mai haben die Händler Zeit ihre Preise entsprechend anzupassen.
Amazon stellt auch ganz deutlich fest: „Verkäufer, die nicht bereit sind, Preisparität zu bieten, sollten ihre Angebote entfernen, da Verkäufer, die unsere Geschäftsbedingungen nicht einhalten, das Recht auf Amazon.de zu verkaufen verlieren werden“. Die Änderung der Geschäftsbedingung gilt nicht nur für die deutsche Plattform, sondern auch für Amazon.co.uk und Amazon.fr Marketplace. Viele Verkäufer können sich dem Preisdiktat nicht verweigern, da sie auf den Verkauf ihrer Waren auf der Plattform Amazon angewiesen sind. Der Marktplatz-Umsatz im deutschen Amazon-Shop lag im Jahr 2009 bei etwa 330 Millionen Euro und den Gesamtumsatz in Deutschland für 2009 schätzen Branche-Experten auf 2,1 Milliarden Euro.
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Amazon will Preisparität !?!?!?!?
Anbieter sollen ihre Artikle andernorts NICHT billiger anbieten ?
Hier wird Ursache und Wirkung vertauscht. Man bietet woanders nicht billiger an, sondern bei Amazon teurer.
Woran liegt das ? An dem bisherigen Verständnis Amazons zum Begriff Preisparität :
Man stellt dem Käufer für JEDEN gekauften Artikel EUR 3.00 in Rechnung, gibt davon an den Verkäufer allerdings nur ca €1.80 weiter.
Der Shop verkäufer ist dann der Dumme, insbesondere weil der Käufer davon ausgeht, daß diese Versandkosten erstens dem VK in voller Höhe zu Gute kommen ( und 6Euro Versand für zB 2 CDs ist tatsächlich etwas happig) und vor allem von dem VK erhoben werden.
Amazon macht also gute Kasse mit der “Versandkostenabzocke” und lässt es den VK ausbaden.
Sollen sie doch diese Parität “überprüfen” … UND ? Vielleicht hilft dsed em einen oder anderen Händler auch zu erkennen, daß ihre Abzüge vom Umsatz bei über 30% liegen und alleine dadurch so manche “Geschäftsidee” floppen muss.
Es gab ein Leben vor Amazon , es wird auch eines danach geben.