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Verbraucher und Investoren finden wieder zu eBay
Der kometenhafte Aufstieg eBays als eine Auktions-orientierte E-Commerce Seite wurde zu einem kulturellen Phänomen, das jedoch kann genauso schnell wieder verschwinden wie es aufgetaucht ist. Und während John Donahoe immer wieder betonte, dass er Amazon nicht als Hauptkonkurrenten ansieht, haben sich trotz allem viele Schnäppchenjäger von eBay abgewandt und sich Amazon zugewandt. Donahoes Lösung bestand in einer umfassenden Reformierung des Marktplatzes, angefangen von einer Neugestaltung der Seiten und Verbesserung der Suche, bis hin zum Herunterfahren der Auktionen zugunsten des Festpreis-Formates und der Belohnung von Top-Verkäufern, während die kleineren Händler das Nachsehen hatten. Für einige Zeit war das Ergebnis dann ein heilloses Durcheinander. Verbraucher wussten nicht mehr, was eBay genau darstellte, mit der Folge, dass sie woanders einkauften. Viele der entfremdeten Händler haben sehr verärgert protestiert und sorgten für sich in die Länge ziehende PR-Alpträume für das Unternehmen. Aber wie bei so vielen schmerzhaften Umgestaltungen ist das finale Ergebnis oft wert darauf zu warten.
Das neue eBay stellt eine verlockende Alternative zu jeder anderen E-Commerce-Seite dar, einschließlich Amazon. Kostenfreier Versand, leichter Zugang zu vertrauenswürdigen Händlern, breitgefächertes Warenangebot sowie eine optimierte Suche locken nun auch wieder die Kunden an, aber auch Investoren finden zu eBay zurück. eBay muss allerdings noch einen langen Weg gehen. Denn der Skype-Verkauf könnte sich in die Länge ziehen und Probleme bereiten. PayPal sieht sich immer mehr Wettbewerbern wie Google, Facebook oder Apple gegenüber und das Marktplatz-Business muss erst wieder richtig in Gang kommen. Während der vielen Monate der Unruhen haben viele den Marktplatz in Frage gestellt, vor allem hinsichtlich der Zukunftsaussichten, aber gegenwärtig sieht es so aus, als habe Donahoe alles richtig gemacht. Zwar ist der Spaß der Auktionen von eBay verschwunden, ein Spaß der den damaligen Erfolg ausmachte. Was übrig geblieben ist, ist vielleicht etwas langweiliger, aber viel wichtiger: Es ist etwas entstanden, dass bei den Online-Shoppern scheinbar wieder Anklang findet.
Kevin Kelleher, Autor bei GigaOM Network, ein Verbund von Hightech- und Internet-Informationsseiten mit einer Leserschaft von 1,75 Millionen pro Monat, sieht die Zukunft des Online-Marktplatzes eBay positiv. Er schreibt, dass die teilweise schmerzhaften und unangenehmen Veränderungen nun doch langsam Früchte tragen.
CEO von Channeladvisor Scot Wingo hat schon festgestellt, dass die Abverkäufe angestiegen sind, was den Kaufman Brothers Analysten Aaron Kessler dazu veranlasste, die eBay Aktie von “holdâ€? auf “buyâ€? einzustufen. Zudem erhöhte er das Kursziel von 22 USD auf 29 USD. Auch UBS, Bernstein und Barclays überarbeiteten das Preisziel der Aktie. Kessler schrieb in seinem Bericht unter anderem: „Die Daten von ChannelAdvisor weisen auf einen leichten Aufschwung im 3. Quartal hin… .“ Die Verbraucher können sich anscheinend langsam mit dem neuen eBay anfreunden.
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Bei 8% Verkaufsprovision + Anbgebotsgebühr haben Markenhändler keine Chance, gegenüber eigenständigen Online-Shops, konkurrenzfähig zu bleiben. Man schaue sich nur mal den umkämpften “Mulit-Media” Bereich an. Wer hier die eBay-Preise mit denen von Preissuchmaschinen vergleicht, wird kaum mehr bei eBay kaufen. Der Trend geht seit Jahren hin zum eigenen Online-Shop. Die Plattform wird, entweder von Newcomern benutzt, die noch nicht viel Erfahrung im Online-Handel haben. Oder von Verkäufern, die eBay nur noch als Vertriebsweg für Ladenhüter nutzen. Ebay hätte beim Flohmarktcharakter bleiben sollen, für gängige Markenprodukte ist es sowohl für Verkäufer als auch für den Käufer zu teuer.
Ja, fantastisch, mit dem neuen ebay haben wir eine weitere e-commerce seite dazu bekommen, die als ebay-express scheiterte. Für ebay war es das wohl wert, für die vielen privaten Verkäufer sicher nicht. Ein wahrlich trauriges Kapitel.